Dienstag, 3. September 2013

Gastpost: Kakaomalerei von Zimtzauber & Zuckernebel

Mal wieder ein Tag zum Lernen für mich und eine liebe Vertretung auf meinem Blog, die heute mit euch ihr Konditorinnenwissen teilt und eine Reise in die Vergangenheit antritt... Sabrina von "Zimtzauber und Zuckrnebel" erzählt von Kakaomalerei und plaudert aus dem Nähkästchen einer ECHTEN Konditorin. 

Sabrina ich danke dir sehr herzlich für diesen spannenden Einblick!

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Liebe Leserinnern und Leser von kleinundzuckersüss,
Blogger-Freundschaften sind was Feines. Durchs Bloggen habe ich Menschen kennengelernt, deren Wege ich ohne Blogging vielleicht niemals gekreuzt hätte. Zu diesen Menschen gehört auch die liebe Barbara, die sonst hier schreibt und euch mit zuckersüssen Kleinigkeiten verwöhnt. Sie hat zurzeit ziemlich viel zu tun und hat mich deshalb gebeten, heute und hier ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Zuerst sollte ich mich wohl kurz vorstellen: mein Name ist Sabrina, ich bin Journalistin mit Diplom und Konditorin mit Gesellenbrief und meine Liebe zum Schreiben und Backen verbinde ich auf meinem eigenen Blog "Zimtzauber & Zuckernebel".
 

Heute möchte ich euch eine Kunst vorstellen, die schon fast in Vergessenheit zu geraten droht: die Kakaomalerei. Die Fähigkeit, mit nichts als Kakaopulver und etwas Flüssigeit (das kann Wasser, Pflanzenöl oder auch Alkohol sein) und einem Pinsel wahre Kunstwerke zu erschaffen, setzt vor allem eines voraus: Zeit. Im frühen 19. Jahrhundert wurde Kakaobutter (das Fett der Schokolade) auf warme Marzipanplatten gestrichen und dann mit flüssiger Kuvertüre bemalt. Später entwickelte man zum Teil auch Schablonen und benutzte Schokoladenfarben.
 
Ich habe mich letztes Jahr einmal in Kakaomalerei versucht, als ich für einen Wettbewerb eine Grace Kelly-Torte entwarf. Was ich dafür brauchte? Wasser, Kakaopulver, einen dünnen Pinsel, Oblaten als Unterlage für die Malerei - und ganz viel Geduld.


Ich habe verschiedene Entwürfe gemacht, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war und die Oblate auf der Torte anbrachte. Wie ihr sehen könnt, hat es eine Weile gedauert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Meine Kollegen in meinem Lehrbetrieb hatten selbst wenig Erfahrung mit Kakaomalerei - herauszufinden, mit wie viel Wasser ich die "Farbe" verdünnen musste, um optimale Schattierungen zu erzielen, war am schwierigsten. Vielleicht habe ich mit der Oblate auch nicht die beste aller Unterlagen gewählt, weil sie durch die Flüssigkeit sich doch recht schnell wellt. Dem habe ich aber entgegengewirkt, indem ich die Rückseite mit weißer Kuvertüre bestrich.

Alles in allem war mein Ausflug in die Kakaomalerei auch ein bisschen wie ein Schritt in die Vergangenheit. Es ist und bleibt für mich eine spannende und faszinierende Kunst, die aber im Konditoralltag nur schwer zu erhalten sein wird. Was fehlt, ist die Zeit. 

1 Kommentar:

  1. Wow, toll! Was es alles gibt!
    Ich hoffe du hast damit gewonnen :-)
    Liebe Grüße Leene

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